Archiv für die Kategorie 'Bergtour'

Aug 21 2009

Klettertour Untersberg Dopplerwand, Route Via Pikolon (V) und Ostgrad (II)

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Samstag, 15.08.2009
Maria Himmelfahrt, ein strahlend schöner Tag, heiße Sommertemperaturen und hunderte von Wanderern am Dopplersteig im Aufstieg zur Bergmesse. Ideale Bedingungen um den Massen zu entfliehen und die Dopplerwand zu durchsteigen. So der Plan von Andi und mir. Als Planungsgrundlage dient uns der Kletterführer “Rock Projekts”. Wir weichen aber von der Routenempfehlung, Aufstieg per Gondel und über die Abseilbahn runter zum Einstieg, ab und entscheiden uns für den Aufstieg zu Fuß.
Anfahrt über Grödig dann Richtung Glanegg Fürstenbrunn und nach der starken Linkskurve in Glanegg ist linkerhand der Parkplatz. Von Glanegg aus geht man 1 ½ Stunden über den anfangs recht steilen Dopplersteig-Aufstieg durch den Wald entlang des Rosittenbachs, die unzähligen Stufen der Himmelsleiter, dann über offenes Gelände ins Rosittenkar. Hier hängt sich die Kletterausrüstung und das Seil schon etwas an. Im Kar bei der Weggabelung, rechts der Dopplersteig zum Zeppezauerhaus und Geiereck, links den Mittelweg über den Schellenberger Sattel zur Toni-Lenz-Hütte, befindet sich ein Brünnerl. Einlegen einer kurzen Pause und nochmals das Studium der Wandtopo. Leider ist diese im Führer nur sehr reduziert dargestellt. Reicht vollkommen wenn man sich abseilt, aber um den uns noch unbekannten Einstieg zu finden, ist die Topo eigentlich zu wenig.
Wir gehen den Mittelweg Richtung Schellenberger Sattel und zweigen dann nach dem großen Schotterfeld rechts ab (kleiner Steig, der zum Einstieg Ostgrad unterhalb des Laterndl führt). Am Wandfuß suchen wir nun den Beginn der Route (gestaltet sich schwierig) und klettern ein breites Band nach rechts hoch. Geschafft, endlich der erste Bohrhacken. Nun sehen wir, dass wir zu weit südlich (quasi links) waren und die Route beim ersten großen Schuttkegel beginnt. Andi schickt mich in den Vorstieg und ich gehe an dem Band weiter entlang. Die Hacken sind nur schwer zu finden und am Fels ist zu erkennen, die Route wird von unter nur sehr selten geklettert. Nach dem Band kommt ein kleiner Vorsprung über den ein munteres Bächlein herunter plätschert. Der Fels ist recht brüchig also weiche ich auf ein kleines Platzerl links neben den Vorsprung aus. Andi steig nach. Dann beraten wir uns und entscheiden, wir seilen wieder ab. Die Route erscheint uns durch das Wasser und den brüchigen Fels als nicht lohnend. Am Wandfuß queren wir Richtung Ostgrad und steigen die Verschneidung (durchs Loch) zum Laterndl (III) hoch (Bohrhacken vorhanden). Weiter geht’s durch die Flanke zu einem Latschenfeld (dieses direkt durchqueren oder nach links auf die Felsen ausweichen). Danach auf einer Leiten links halten und zu einer Gedenktafel am linken Ende der Schlusswand aufsteigen. Geht man rechts am Grad entlang, kommt man zum Wandbuch des Edelweißclub Salzburg und dann über die Kübelrinne (sehr ausgesetzt) auf den Gipfel. Nach der Schlusswand (II, Bohrhacken vorhanden) durch ein Latschenfeld zum Kreuz des Geierecks. Nun sind wir beide froh endlich am Gipfel zu stehen. Kurze Pause und Abstieg über den Dopplersteig. Müde erreichen wir das Auto. Uns ist nun klar, die Kletterrouten in der Dopplerwand sind eindeutig für die Benutzung der Abseilbahnen nach erfolgter Auffahrt mit der Gondelbahn ausgerichtet.
Wir werden es aber nach einer Trockenperiode nochmals vom Wandfuß aus probieren.

Untersberg_09

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Jun 20 2009

Sommersonnenwende am Gamskarkogel 2.467m (Gasteinertal)

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Zum längsten Tag und der kürzesten Nacht im Jahr, am 21. Juni, werden in den Hohen Tauern, genauer im Gasteiner Tal jedes Jahr die Sonnwendfeuer angebrannt. Entstanden in der keltischen Mystik und bei der Christianisierung oftmals als “Johannisfeuer” übernommen, leuchten an diesem besonderen Wochenende die Berggipfel. Diverse Vereine und Gruppen nehmen den oft beschwerlichen Weg zu den markantesten Gipfel des Tales in Angriff um dort wunderschöne Lichterketten entlang der schroffen Bergsilhouette zu inszenieren.

Die Alpenvereinsektion Bad Gastein ist für die Feuer am Gamskarkogel (höchster Grasberg Europas mit der ältersten Schutzhütte Österreichs direkt auf dem Gipfel) auf 2.467 m verantwortlich.

Franz und ich nehmen am späten Abend den Aufstieg von Hofgastein aus an. Mit dem Auto fahren wir bis zum Annencafe (1.074 m) hoch und stellen es am Straßenrand vor dem Schranken der Forststraßezur Rastötzenalm (1.743 m) ab. Zu dieser gelangen wir dann teils auf der Straße teils auf einem Steig. Hier kann man sich dann zwischen dem “alten” und dem “neuen” Weg entscheiden. Der Neue biete im oberen Teil eine schöne Aussicht ins Gasteinertal, der alte Weg quert reizvoll die gesamte Nordflanke. Wir entscheiden uns aufgrund der Schneedecke (beginnend ab 1.800 m) für den Alten. Bei Schneefall und einer steifen Brise wird uns auf den letzten Metern zum Gipfel/Hütte noch so richtig kalt. Aber Gott sei Dank hat der Hüttenwart Richi schon schön warm eingeheizt. Pünktlich um 22.00 Uhr wir das Feuer entzunden, eine kleine Privatvorführung fürinsgesamt acht Personen. Die Sichtweite liegt bei weniger als 10 Meter. Gerade deshalb erfreut uns der Schein desFeuers um so mehr. Danach gibt es ein leckeres Kartoffelgröstel mit Gamswurst.

Am nächsten Tag steigen wir nach einem gutem Frühstück gemeinsam ins Tal ab. Trotz desunwirtlichen Wetters war es wirklich eine gelungene Bergtour. Zitat Franz: “schiach ko a sche sein”!

M.

Sonnwend_09

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